Originaltext: Dr. Elisabeth Larcher Kunsthistorikerin

aus dem Katalog:                                                                                                                                 Maier, Elke / Planer, Georg (Hgg.): Luna Vista. Eine Begegnung zwischen Himmel und Erde. Lienz 2006

(...) Die über die beiden obersten Stockwerke des Bergfrieds geführte Rauminstallation entwickelt das Projekt "Ein Tag in tausend Jahren" weiter, das in der Stiftskirche Wilten in Innsbruck im Jänner 2006 als erste Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler verwirklicht wurde.

Auf dem nackten Betonboden liegen lebensgroße Figuren, die Georg Planer mit bloßen Händen aus Erde geformt hat, Männer und Frauen. Ihren Körpern entspringen hauchdünne gespannte Seidenfäden wie Strahlen - oder werden sie von diesen aufgenommen, empfangen? Sie oszillieren zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und treten eigentlich erst im Dialog mit dem Licht in Erscheinung, streben der hohen Decke zu, durchdringen den schweren Bretterboden in seinen Ritzen und entfalten sich im obersten Turmgeschoss zu einem überwältigenden dreidimensionalen Bild, das den gesamten Raum einnimmt und sich im Querbalken des imposanten Dachstuhls bündelt.

Ein Raum wie ein Wald aus Lichtstrahlen, von dem aus man in luftiger höhe in alle Himmelsrichtungen blicken kann und der dieses abstrakte "LichtBild", den unterschiedlichsten Licht- und Witterungsbedingungen exponiert, wesentlich definiert. Ganz im Sinne der beiden Künstler, die ja in ihren Werken immer auch die Wechselbezüge von hell und dunkel, von innen und außen thematisieren, weht der Wind ungehindert durch die unverglasten Fensteröffnungen und versetzt die unzähligen Seidenfäden in Schwingungen.(...)



Text: Dr. Elisabeth Larcher  art historian Kunstraum Kirche


The spatial installation, which is realized in the top two floors of the keep out, developed the project "A day in a thousand years" on, which had taken place in the Collegiate Church Wilten in Innsbruck in January 2006 as the first collaborative work of both artists.

On the bare concrete floor are located life-size figures, which Georg Planer has shaped of earth with his bare hands of earth, men and women.

From their bodies arise extremely thin strained silk threads like rays - or are they absorbed by these, received/conceived? They oscillate between visibility and invisibility and are in evidence / emerge / appear really not earlier than in dialogue with the light. They are tending to the high ceiling, penetrating the heavy wooden floor in its crevices and in the uppermost floor of the tower, they are finding their complete expression in an overwhelming / stunning three-dimensional image,

An image that occupies the entire space and concentrates on / focus upon the transom of the imposing roof structure.

A space like a forest of light beams, permitting a 360 degree view / affording an outlook / providing a free prospect in all directions at airy heights and which, exposed to the different light and weather conditions essentially defines this abstract light-picture"

The wind blows freely through the unglazed window openings and causes the innumerable silk threads to vibrate.(...)

In the full sense of the two artists, who indeed always thematize in their works also the mutual interrelations of light and dark, inside and out.